Motivation beim Sport
Tipps vom Profi

Tipps für mehr Motivation beim Sport

Die folgenden Leseminuten können Dein (Sport-)Leben verändern. Ich informiere Dich über „mehr Motivation beim Sport“ und versuche mit einigen Anekdoten, wertvolle Tipps zu geben, wie Du Deine Ziele nachhaltig verfolgen kannst.

 

Autor
Sebastian Mrowka

Warum gerade ich Dich auf diesem Weg begleiten darf? Mein Name ist Sebastian Mrowka und in den letzten zehn Jahren habe ich neun Trainingseinheiten in sechs Tage gepackt, um einer der besten Bobfahrer der Welt zu werden. Auch Rückschläge konnten mich nicht von meinem Ziel abhalten und so konnte ich am Ende meiner Karriere einige Weltcupsiege, den Europameistertitel sowie den Junioren Weltmeistertitel verbuchen.

 

Seit Frühjahr 2022 bin ich kein Profisportler mehr und kämpfe seitdem auch mit den alltäglichen Problemen und Sinnfragen, warum man denn ein Fitness Center besuchen muss.

Bevor wir ans Eingemachte gehe, sollte erst einmal geklärt sein, was Motivation überhaupt ist und welche Rolle die sogenannte Volition dabei spielt.

Was ist Motivation?

Motivation wird definiert als die Summe aller bewussten und unbewussten Beweggründe (Antriebskräfte) für alles, was ein Mensch anstrebt oder vermeidet. Hier sind sowohl intrinsische als  auch extrinsische Quellen zu betrachten. Um diese Energie in realistische Ziele und letztendlich Resultate umzusetzen, muss noch Volition (= Willenskraft) hinzukommen.

Motiviertes Handeln des Menschen wird bestimmt durch:

  • Streben nach Wirksamkeit
  • Organisation von Zielengagement und Zieldistanzierung

Somit ist unser Verhalten auf die Wirkung in der Außenwelt ausgerichtet und strebt ein bestimmtes Ziel an oder distanziert sich von einem Ziel.

Als intrinsische Motivation sind folgende Punkte anzuführen:

  • Interesse
  • Lust & Spaß
  • Sinnhaftigkeit
  • Eigene Werte

Sie dienen als Anreiz aus der Tätigkeit oder dem Ergebnis selbst.

Demgegenüber die extrinsische Motivation:

  • sozialer Status
  • Macht
  • Reichtum
  • Zugehörigkeit

Sie dienen als Anreiz aus der Belohnung oder Selbst- | Fremdbewertung.

Motivation zusammengefasst:
Die Motivation einer Person, ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, hängt von situativen Anreizen, persönlichen Präferenzen und deren Wechselwirkung ab. Die resultierende Motivationstendenz ist zusammengesetzt aus den gewichteten Anreizen der Tätigkeit, des Handlungsergebnisses und sowohl von internen Folgen, welche die Selbstbewertung betreffen, als auch von externen Folgen.

 

Bilde eine Intention

Wir haben nun geklärt, was Motivation ist. Jedoch reichen die genannten Motivationstendenzen meist noch nicht aus, um das Handlungsziel wirklich verbindlich zu machen. Die Tendenzen aus Anreizen und persönlicher Bewertung müssen nun erst den Charakter einer Handlungsabsicht gewinnen - Du musst eine Intention bilden.

In diesen Intensionsbildungsprozessen wird geregelt, welche Motivationstendenz Zugang zum eigentlichen Handeln bekommt. Ohne diese Regulation wäre geordnetes Handeln unmöglich.

Vorhin hatte ich bereits das Schlagwort Volition angeteasert. Eigene regulative Prozesse, die entscheiden, welche Motivationstendenzen bei welchen Gelegenheiten und auf welche Weise realisiert werden sollen, werden Volition genannt.

Grafisch sehr schön dargestellt im Rubikon Modell der Handlungsphasen:

Zu Beginn wägen wir ab, welchem Motiv wir folgen. Intrinsische und extrinsische Quellen werden zu Rate gezogen und interagieren. Während meiner aktiven Sportzeit waren dies vor allem personenbezogen der Adrenalinkick während der Bewegung sowie als extrinsisches Motiv der soziale Status. Ich habe einen Vierjahresplan erstellt und mein Trainer hat diesen mit Trainingseinheiten gefüllt. Jeden Tag habe ich das jeweilige Ziel verfolgt und dementsprechend  gehandelt. Nach 10 Jahren in diesem Sport habe ich die Intention erneut bewertet und bin zu dem Schluss gekommen, dass sich meine Motive geändert haben. So folgten Karriereende und da Abwägen neuer Ziele. Schnell hat sich die Intention herausgebildet, beruflich durchzustarten.

Für Dich ist es genauso wichtig, immer wieder den Gang in unser Center zu bewerten. Vielleicht bist Du zum Sport gekommen, weil Dir der Rücken weh getan hat. Die Schmerzen sind jetzt weg. Also überlege Dir, was der nächste Schritt sein kann, um nie wieder diese Schmerzen zu spüren. Du hast bereits etwas erreicht, was Dich motivieren kann, um weiter zu gehen. Vielleicht liegt  Dein Weg nun im Gruppenanschluss und Du entdeckst unser abwechslungsreiche, trendige Kursangebot für Dich. Oder die tägliche Bewegung und der damit verbundene Endorphin Ausschuss sind eine willkommene Abwechslung in Deinem sitzenden Alltag.

Motivations-Motive

Nachfolgend habe ich Dir einige weitere Motive herausgesucht, die Du bewerten kannst, um Deine Motivation zu formen und dann Dein Ziel zu verfolgen.

  1. Bewegungsmotiv:
    Man möchte den Reiz, die Sensationen, die „Lust“ genießen, die in den Bewegungen selbst liegen können.
     
  2. Ästhetischer Reiz:
    Man möchte Bewegungen so ausführen können, dass sie einem selbst und andern gekonnt, kunstvoll, beeindruckend, schön u. ä. erscheinen.
     
  3. Gesundheitsmotiv:
    Man sucht den körperlichen Ausgleich, die - möglichst umfassende körperliche Beanspruchung und das aus ihr hervorgehende Wohlbefinden. Man erwartet davon auch positive Wirkungen auf die Gesundheit und die Figur.
    Zu diesem Motiv muss nichts gesagt werden. Jede:r kennt die positiven gesundheitlichen Aspekte sportlicher Ertüchtigung. Wer sich im Grad der Anstrengung oder der gesunden Ausführung am Gerät unsicher ist, sollte sich stets Fachpersonal zu Hilfe holen. Unsere lizenzierten Fitnesstrainer:innen helfen Dir gerne.
     
  4. Leistungsmotiv:
    Man will sich etwas vornehmen, etwas abverlangen, sich an Aufgaben messen und mit anderen vergleichen; will seine Möglichkeiten und Grenzen erkennen, die Anerkennung anderer und ein Bewusstsein des eigenen Wertes bekommen.
    Wer diesem Motiv folgt, kann beispielsweise vor einem Trainingssatz ein kurzes Motivationsvideo anschauen. In meinem Fall war es oft mein eigener Startrekord von der WM, wenn ich sprinten musste. Oder wenn ich im Fitness Center trainiert habe, die Tonne von Ronnie Coleman in der Leg Press.
     
  5. Spielmotiv:
    Man sucht Situationen mit einem ungewissen Ausgang, der uns zwar angeht, aber nicht bedroht - Situationen, die damit Spannung, Risiko, Abenteuer bieten.
     
  6. Anschlussmotiv:
    Man sucht das Zusammensein mit anderen, das Gefühl von menschlicher Nähe und Geborgenheit.

Es ist wichtig, dass man sich dieser Motive bewusst wird. Denn seien wir mal ehrlich: Warum macht man Sport? Er ist eigentlich „zweckfrei“ und trägt seinen Sinn in sich selbst“. Es macht prinzipiell wenig Sinn, ein Gewicht hoch und wieder runter zu bewegen, oder in unterschiedlichem Tempo von A nach B zu rennen. Macht es einem wirklich Spaß, auf dem Laufband zu rennen, zu schwitzen, Lebenszeit zu investieren? Der Grundgedanke hinter Sporttreiben geht viel tiefer. Vielmehr ist die Frage wichtig, welche Folgen erwarte ich durch dieses Handeln. Man geht davon aus, dass man gesünder lebt, die alltäglichen Wehwehchen weniger werden oder erwartet eine hohe Lebensqualität im Alter. 

Was ist nochmal der Unterschied von Motivation und Volition? Motivation bezieht sich auf die an der Auswahl und dem Setzen von Zielen beteiligten Prozesse. Volition bezieht sich auf regulative Prozesse, die entscheiden, welche Motivationstendenzen wann und bei welcher Gelegenheit wie in die Handlungen umgesetzt werden sollen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Finden Deiner ganz persönlichen Motivation.